Ina Michels ist gerade am Kreis einiges gewohnt, hatte durch ihre vielen Konter zudem ein beachtliches Laufpensum zu absolvieren.

Königsborn. Man nehme: Ein Spiel, bei dem es um nichts mehr geht, lasse alle Spielerinnen zuhause, die sich bislang für den Großteil der Tore verantwortlich gezeigt haben und verlasse sich darauf, dass eine Auswechseloption schon reichen werde. Diese Taktik mochte Außenstehenden ungewöhnlich, wenn nicht sogar abgehoben erschienen sein. Für den Trainer der Gäste, Dirk Nordberg, gab es dafür ganz klare Gründe: „Keinem hätte es etwas gebracht, Königsborn mit aller Macht eine möglichst hohe Niederlage beizubringen. Wir wollen uns weiterentwickeln, wollen besser werden. Das können wir nur, wenn wir gezwungen werden, unsere Komfortzone zu verlassen, statt uns auf dem Gewohnten auszuruhen. Ich wollte, dass möglichst viele der Mädchen Verantwortung übernehmen, das Spiel zu ihrem machen. Da sie in dieser Konstellation sonst nicht spielen, war es klar, dass nicht alles optimal passen würde. Mit der ersten Halbzeit war ich aber durchaus zufrieden. Wir wollten mutig auf’s Tor gehen und zwar von allen Positionen aus. Jana Römer z.B. hat viele wunderbare Würfe aus dem Rückraum verwandelt. Keine Spielerin ging torlos vom Platz.“ Alles in allem aber lief es für Beckum, trotz des nie gefährdeten Sieges, nicht rund: Es fehlte an Impulsen, an durchsetzungsstarken 1:1-Aktionen und einer konsequent wachen Abwehr. „In der zweiten Hälfte gab es gerade am Anfang viele Defizite. Dass uns am Ende die Kraft ausgehen würde, war vorherzusehen, es war ein laufintensives Spiel, aber das, was wir am Anfang der zweiten Halbzeit gezeigt haben, war unnötig und kaum zu erklären“, so Nordberg. Den Königsborner SV freute es. Er konnte beim Tabellenersten erheblich mehr Tore unterbringen, als bei allen vorangegangenen Partien, kam sogar bis auf vier Tore heran. So war der Jubel beim heimischen Team trotz der 26:30-Niederlage (10:18) groß.

Kuhlhüser A. (TW), Hoppe (TW), Ebel (2), Kliewe (1), Römer (7), Steinhoff (4), Michels (5), Berief (4), Frölich (7)

Bericht/Bilder Karen Kliewe