Jennifer Suhr siegt bei ihrer Premiere

Unangefochten: Jennifer Suhr musste sich zwar strecken, überwand aber trotzdem mit 4,75 Meter die größte Höhe. Bilder: Inderlied

Die derzeit beste Stabhochspringerin der Welt hat auch das Internationale Meeting in Beckum gewonnen. Im Jahnstadion musste sich die US-Amerikanerin Jennifer Suhr aber gewaltig strecken, um ihre junge Konkurrentin Ninon Guillon-Romarin hinter sich zu lassen. Ein Sprung über 4,75 Meter reichte der 38-jährigen Olympiasiegerin von London zum Sieg. An der Höhe von 4,80 Meter scheiterte sie aber kurz vor der Weltmeisterschaft.

Am Freitag noch ein Wettkampf im Rahmen der Diamond League in Brüssel, in drei Wochen Leichtathletik-WM in Katar: Mittendrin haben sich die besten Stabhochspringerinnen der Welt im beschaulichen Beckum pudelwohl gefühlt. „Ich bin froh, dass ich hier springen konnte“, sagte etwa Martina Strutz. Die Deutsche absolvierte nach 14 Monaten Pause ihren ersten Wettkampf, hatte aber noch mit den Nachwirkungen ihrer Achillessehnen-Operation zu kämpfen.

Für die 38-Jährige war das Springen schon bei der ersten Einstiegshöhe von 4,11 Metern beendet. Als Entschädigung nahm sie die gute Stimmung im Beckumer Jahnstadion wahr. „Das ist ein Mega-Publikum. So etwas erlebt man nicht im Training“, so Martina Strutz: „Wenn man das mitkriegt, ist man noch emotionaler und nervöser, weil man noch schneller anlaufen will.“

Beste Deutsche wurde Stefanie Dauber (SSV Ulm), die mit 4,26 Metern den sechsten Platz belegte. Katharina Bauer (Bayer Leverkusen) wurde Neunte.

An der Spitze entwickelte sich aber ein spannender Kampf um den Sieg. Gleich vier Athletinnen wollten den nationalen Rekord ihres jeweiligen Verbands brechen. Geschafft hat es aber nur die Slowenin Tinja Sutej, die mit einer übersprungenen Höhe von 4,70 Metern die Besthöhe einstellte und den dritten Platz belegte. Xu Huiqin, als erste Chinesin in Beckum gestartet, versuchte sich vergeblich an 4,75 Metern, Michaela Meijer (Schweden) schaffte mit 4,70 Metern eine persönliche Saisonbestleistung.

Siegerin Jennifer Suhr bekam bei ihrem Triumph viel Druck von der jungen Generation. Michaela Meijer (25) versuchte sich als Letzte an der Marke von 4,80 Meter, scheiterte aber ebenso wie die 38-jährige Frau aus Austin und wurde nur Vierte, weil sie die 4,75 Meter ausgelassen hatte.

Bericht/Bild aus „Die Glocke“ vom 09.09.2019