Lilian Kliewe und ihr Team präsentierten sich gegen den ASV Hamm-Westfalen nicht gerade als die durchsetzungsstarkenFavoriten, sie sie eigentlich waren.

Hamm. Das war nicht schön. Nicht für die Fans, nicht für den Trainer und garantiert auch nicht für das Team des TV Beckum. Es war als klarer Favorit zum ASV Hamm-Westfalen gereist, der bislang alle Vorrunden-Begegnungen verloren hatte und somit den letzten Platz der Tabelle bekleidete. Die Mannschaft von Dirk Nordberg, bis auf ein paar Kleinigkeiten wieder fit und einsatzbereit, sollte das Ding also rocken. Umso überraschender war das, was sich dem geneigten Betrachter darbot. Hamm konnte schnell mit zweien in Führung gehen. Beckum zog zwar bereits in der vierten Minute gleichauf (2:2), wirkte aber müde und unentschlossen. Das gewohnt schnelle Spiel, der Kampfgeist und vor allen Dingen die gnadenlos gute Abwehr: alles zuhause gelassen. Selbst die Torhüter passten sich der halbherzigen Vorgehensweise an, ließen so gut wie alles rein. Der ASV dagegen puschte sich durch den unerwartet knappen Spielstand in Feierlaune. Immer wieder gelang es ihm, wenn auch nur für kurze Zeit, mit ein oder zwei Treffern in Führung zu gehen. Beckum antwortete mit einer kurzen Energiespritze, die so grade verhindern konnte, dass Hamm das Spiel wirklich für sich entscheiden würde – bis es dem Beckumer Trainer reichte. In der 18. Minute gab es den ersten Weckruf von der Linie, der immerhin bewirkte, dass die Gäste fünf Tore zwischen sich und den Gegner brachten (12:17, Halbzeitpause). Wirklich schön wurde das Spiel aber auch in der zweiten Hälfte nicht. „Unsere Vorgaben waren: temporeiches Spiel, bewegliche, stabile Abwehr und ein durchsetzungsstarkes 1:1-Verhalten. Gezeigt haben wir genau das Gegenteil. Wir haben gespielt, als hätten wir Betonklötze an den Beinen. Die Abwehr hat rumgestanden, nicht richtig angepackt und im Angriff haben wir – bis auf ein paar rühmliche Ausnahmen – jeglichen Kontakt vermieden“, ärgerte Nordberg sich. Und so quälte sich Beckum weiter durch die Partie, sprang nur so hoch, wie es unbedingt musste und beließ das Leistungslevel auf dem mäßigen Stand. Trainer Nordbergs Antwort darauf war in der 41 Minute auch bei den Fans auf der Tribüne deutlich zu hören. „Wer meint, man habe das Spiel schon vor Anpfiff gewonnen, brauche nur einen Bruchteil von dem zu geben, was üblich ist, der braucht einen solchen Sieg nicht zu feiern“, so Nordberg. Mit dem 22:28-Erfolg über den ASV Hamm-Westfalen festigt der TV Beckum seine Position auf dem dritten Tabellenplatz. Am 10.11., nach der Herbstpause, geht es zum ersten Rückrundenspiel zum JSG HLZ Ahlen – dann hoffentlich wieder mit dem altbewährten Willen, sich bestmöglich zu präsentieren.

wB: Kuhlhüser A. (TW), Hoppe (TW), Ebel, Kliewe, Pahlenkemper, Kuhlhüser L., Nordberg J. (10/1), Römer (1), Nordberg R. (6), Berief (4), Berger (3), Steinhoff (2), Michels (2)

Bericht/Bilder Karen Kliewe