Janne Weber, im Kader der A, nimmt die Vorliebe der Skandinavier für richtig viel Patte am Ball mit Humor.

Lund (Schweden). 711 Mannschaften aus 13 Nationen, hochgerechnet 10.000 Kinder und Jugendliche, einige gar aus dem fernen China – damit haben die Schweden „zwischen den Jahren“ erneut das weltweit größte Handball-Jugendturnier ausgerichtet. Zum ersten Mal mit dabei: zwei weibliche Teams des TV Beckum. „Erfahrungen auf internationaler Ebene sammeln zu können – und das bei so hochklassigen Gegnern – ein unschätzbares Gut“, schwärmte Trainer Dirk Nordberg und meldete seinen B-Kader in der Elite-Gruppe. „Überambitioniert“ ist wohl das Wort, das jedem, der die skandinavische Handball-Szene kennt, durch den Kopf schoss. Allein Ausrichter Lund, 87.000 Einwohner groß (zum Vergleich: Münster in Westfalen kommt auf 310.000) stellte 34 Mannschaften. Die B-Juniorinnen durften sich also auf einiges gefasst machen. Zudem landeten sie in der stärkeren der zwei Elite-Gruppen, aus der der spätere Turniersieger Kristianstad hervorgehen sollte. „Ein unfassbares Erlebnis! Es hat die Mädchen richtig nach vorn gebracht. Wir haben das E-Jugend-Prinzip wieder hervorgekramt und uns über Kleinigkeiten gefreut“, zeigte sich Nordberg trotz der hohen Niederlagen gegen Kristianstad, H43 Lund (beide Schweden), Oure I.E. (Dänemark) und Önnereds (Schweden) begeistert. Als Tabellenletzter ging es im Play-Off gegen den Zweiten der Gruppe fünf Eslövs IK2 (Schweden), der zuvor Münster und Nellingen geschlagen hatte. Hier zeigte sich, dass es mehr als vier deutliche Niederlagen brauchte, um die Mannschaftsmoral zu brechen. Schnell ging der TVB in Führung, konnte diese zwischenzeitlich auf fünf ausbauen und siegte mit 15:13. Beflügelt stellte man sich im Achtelfinale dem schwedischen Lugi, vierter der Elitegruppe zwei. Und auch hier schlug man sich respektabel, machte es dem Gegner gerade in der zweiten Hälfte schwer. Den Kampf um den Einzug ins Viertelfinale mussten sie zwar verloren geben (14:19), mit ihrer Leistung dürften die B-Juniorinnen samt Trainerteam trotzdem zufrieden gewesen sein. Auch die A-Mädchen hatten zu kämpfen. Die dänischen Teams Herning Ikast 2 und Ajax 2 ließen sich ebenso wenig bezwingen wie Alpha-Antwerpen aus Belgien. „Die Skandinavier spielen extrem schnell und mit viel Druck. Es war schwer. Wir waren mit acht Feldspielern dünn besetzt. Immer wieder mussten B-Mädchen aushelfen, die selbst einiges in den Knochen hatten“, so Nordberg. Um so wohltuender war der deutliche Sieg gegen das Tecklenburger Land (17:7). Als Tabellenvierter ging es für die A direkt ins Viertelfinale. Gegner: das dänische Amager. Das aber wies den Beckumer Jung-Jahrgang deutlich in seine Schranken und sorgte für das Turnier-Aus. „Neben den eigenen Wettkämpfen haben wir uns viele Spiele angesehen, einige unfassbar gute Teams erlebt und die Atmosphäre genossen. Wir nehmen ne Menge toller Erfahrungen mit nach Hause“, schloss Nordberg. Gegner aus der heimischen Qualirunde (Dortmund, Everswinkel etc.) wurden als deutsche Mitstreiter selbstverständlich mit viel Applaus von der Seitenlinie unterstützt. Insgesamt blicken die 22 Jugendliche auf fünf unvergessliche Tage zurück, die nur möglich waren, weil Verein, Trainer und Eltern an einem Strang gezogen, sich die Mannschaftsbeauftragte um die Organisation gekümmert und die Betreuer auf dieses Abenteuer eingelassen haben. Ein großes Lob und der Dank der Mädchen geht also an den TVB, die Sponsoren und besonders an die Trainer und Betreuer, die Zeit, Urlaub und Nerven geopfert haben.

Bericht Karen Kliewe