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EM-Siegerin überspringt 4,60m

Weltklasse: Die finnische Stabhochsprung-Europameisterin Wilma Murto siegte mit übersprungenen 4,60m. Fotos: Becker

Beckum (rob). Die Finnin Wilma Murto gewann gestern das 22. Volksbank-Stabhochsprungmeeting in Beckum. Die 24-jährige Europameisterin von München machte es für die knapp 1000 Zuschauer im Beckumer Jahnstadion mehrfach spannend.

Gleich viermal musste Murto in den dritten Versuch, auch bei der letzten Höhe, die sie auf 4,60 Meter legen ließ und mit Unterstützung des begeistert mitgehenden Publikums überwand. Acht Springerinnen waren im Hauptwettbewerb angetreten. Zwei hatten wegen Erkrankung absagen müssen.

So rückten zwei Juniorinnen ins Hauptfeld. Das Ende war dann geschrieben wie im Drehbuch: Nach übersprungenen 4,45 Metern war Wilma Murto der Sieg schon nicht mehr zu nehmen. Sie ließ 4,60 m auflegen, um das Ergebnis zu steigern. Zunächst sollten es zwei letzte Sprünge sein, und als die klar gerissen waren und alle schon zur Siegerehrung schreiten wollten, da entschied sich Murto für einen weiteren, allerletzten Versuch – und der gelang.

Es hätte nicht viel gefehlt, und die Finnin, die ihre Sprünge zu Abbas Welthit „Gimme, gimme a man after midnight“ ablieferte, hätte sich ganz früh verabschieden müssen. Zweimal riss sie ihre selbst gewählte Einstiegshöhe von 4,10 Metern. Dann wechselte sie auf einen härteren Stab, plötzlich lag ein halber Meter zwischen ihr und der Latte. Obschon alle von Moderator Christof Kelzenberg befragten Trainer der Meinung waren, die habe die Höhe „drauf“, blieb der Fortgang schwierig. Nach den vielen Wettkämpfen sei sie müde, wusste Organisator Wolfgang Krogmeier zu berichten. „Sie muss jetzt jede Höhe springen“, erklärte nach übersprungenen 4,30 Metern schließlich Gustavo Hultgren. Hultgren, Trainer der drittplatzierten Schwedin Michaela Meijer, coachte zusätzlich die ohne ihren Trainer angereiste Finnin.

Ins Herz des Publikums sprang die beste deutsche Vertreterin. Janne Ohrt vom MTSV Hohenweststedt, die mit 19 Jahren jüngste Teilnehmerin, die zurzeit beim Schleswig-Holsteinischen Leichtathletikverband ein Freiwilligenjahr absolviert, übersprang 4,30 Meter im zweiten Versuch, was eine persönliche Bestleistung bedeutete.

Bericht + Bilder aus „Die Glocke“ vom 12.09.2022